25. Feb. De Zoch treckt widder mit Trecker in Itter

Itter_0839Karneval in Düsseldorf-Itter

Der Karnevalszug in Itter findet statt und die BI Hafenalarm wird teilnehmen – wieder mit Trecker!
Unser Motto: Unsinn ahoi! Mit dem Containerhafen gehen wir baden.
Der Zug startet am 25.2. um 14.11 Uhr Am Broichgraben vor dem Pfarrheim- dem Ort unserer Vollversammlungen.
Ca. eine halbe Stunde vorher treffen wir uns dort.
Empfohlene Kostümierung: Badeklamotten (witterungsbedingt  mit Bademantel..), Schwimmtiere, Rettungsringe….
Hellau

Red Hand Day – Mahnwache vor dem Landtag

Demonstranten mit DFG-VK-Fahne und Transparenten vor dem Landtag: «Schule ohne Bundeswehr», «Keine Rekrutierung unter 18».

  • Rekrutierung Minderjähriger stoppen

  • Kooperations-vereinbarung kündigen!

Freitag, 10 Februar 2017 | Gemeinsam mit dem Bündnis «Schule ohne Bundeswehr NRW» und anderen rufen wir  zu einer gemeinsamen Aktion zum diesjährigen Red Hand Day auf:

Wir machten am Freitag dem 10. Februar von 11 – 12 Uhr eine Mahnwache vor dem Düsseldorfer Landtag.

Dabei protestieren wir gegen die Rekrutierung Minderjährige durch die Bundeswehr und wollen die Landesregierung an ihre Verantwortung erinnern, hiergegen tätig zu werden. Die Bundeswehr wirbt überall dort, wo junge Leute sind. Das sind natürlich nicht zuletzt die Schulen. Durch einen Stopp der Bundeswehrwerbung an und im Umfeld von Schulen könnte auch der Rekrutierung Minderjähriger entgegen  gewirkt werden. Dazu ist die Kündigung der Kooperationsvereinbarung von Schulministerium und Bundeswehr ein wichtiger Schritt.

Die Aktion Rote Hand am 12. Februar ist eine weltweite Protestbewegung gegen den Einsatz von Kindersoldaten. In den letzten Jahren beteiligten sich Hunderttausende auf allen Kontinenten an den Aktionen. Die Mehrzahl sind Kinder und Jugendliche. Rote Hände als Protest wurden zum ersten Mal am 12. Februar 2002 eingesetzt, als das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention in Kraft trat. Dieser Tag ist seitdem ein weltweiter Aktionstag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten. Das Zusatzprotokoll verbietet den Einsatz von Kindern unter 18 Jahren in Kriegen und Konflikten als Soldaten. Die Bundeswehr macht von Ausnahmen Gebrauch und rekrutiert jedes Jahr zahlreiche Minderjährige. Der diesjährige Red Hand Day unterstützt die Aktion www.unter18nie.de , bei der man auch online gegen die Rekrutierung Minderjähriger protestieren kann. Deutschland exportiert Kleinwaffen, die auch in Kinderhände gelangen!

Mehr zum Red Hand Day in NRW unter https://www.aktion-rote-hand.de/kommunale-aktion-nrw/

Wir führen unsere Aktion am Vormittag durch, um noch Menschen im Landtag zu erreichen.

Infos auch unter http://www.schule-ohne-bundeswehr-nrw.de


 

 

Wehrhahnanschlag: Zweifel an Einzeltäter-These

Werhahn-Anschlag.

Antifaschistische Gruppen bezweifeln damals wie heute die Einzeltäterthese

Forderung nach
Aufar­bei­tung im
Unter­su­chungs­-
ausschuss

Düsseldorf, 1. Februar 2017 | Heute hat ein Sondereinsatzkommando der Polizei den mutmaßlichen Attentäter des «Wehrhahn-Anschlages» festgenommen, bei dem vor sechzehn Jahren zehn Menschen mit Migrationshintergrund und zum Großteil jüdischen Glaubens teils schwer verletzt wurden.

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44.000 Euro für einen Rasenmäher

Porträt Uwe Koopmann.

Uwe Koopmann,
Mitglied der Bezirksvertretung
im Rathaus Gerresheim 1999 – 2009

Uwe Koopmann kommentiert

Die rund 800 Mitglieder des Golfclubs von Hubbelrath gelten gemeinhin als betucht. Aber sie scheinen sich nicht zu fein und unbescheiden zu sein, bei der Stadt Düsseldorf einen Zuschuss für einen 59.000 Euro teuren Rasenmäher zu beantragen. Der Zuschuss soll bei 44.000 Euro liegen. So soll das Geld von uns Steuerzahler verschwendet werden, obwohl Kämmerin Dorothée Schneider schon die Daumerschraube angezogen hat. Und das ist die Gegenseite: Fiftyfifty muss um Spenden für Obdachlose bitten. Die «Tafeln» bekommen immer mehr Zulauf. Dieser Widerspruch ist eine Schande.

Logo: »Flaschenpost, Zeitung der DKP für Gerresheim, Grafenberg, Ludenberg und Hubbelrath«.

Aus «Flaschenpost», Zeitung der DKP
für Gerresheim, Grafenberg,
Ludenberg und Hubbelrath



Wohnungspolitik in Düsseldorf

Logo: »Flaschenpost, Zeitung der DKP für Gerresheim, Grafenberg, Ludenberg und Hubbelrath«.

Luxusbau am Rotthäuser Weg.Wohnungspolitik in Düsseldorf: Für Luxusbauten
wie hier am Rotthäuser Weg gibt’s Platz –
der soziale Wohnungsbau stagniert, weil
Bauland zu teuer ist.

Grundstückspreise
explodieren – DKP
protestiert

Der Immo­bi­lien­markt boomt

Gerresheim, Flingern, Düsseltal und Eller sind von der Immobilienwirtschaft als Bereiche entdeckt worden, in denen sie durch Neubau, Vermietung und Verkauf außerordentliche Profite abschöpfen kann. Diese Strategie wird generell nicht durch die Landesregierung und auch nicht durch die jetzige Opposition im Landtag wirkungsvoll und umfassend durchbrochen, so dass sich wirklich etwas ändern würde.

Es gibt vielmehr zahlreiche Wohnquartiere, in denen die Miete weit über dem Durchschnitt von NRW liegt. Gebaut wird vielfach im oberen Mietpreissegment. Wer sich dies nicht leisten kann, wird gezwungen, ins Umland zu ziehen. Der soziale Wohnungsbau wurde schon vor Jahren fast eingestellt, weil er nicht genug Gewinn bringt. Gebaut und schnelles Geld wird im sogenannten Luxussegment verdient. Ich sage dagegen: Wohnen muss ein Grundrecht sein. Im «Glasmacher-Viertel» in Gerresheim wurde eine Chance für wirklich billiges Wohnen vertan.

Aus «Flaschenpost», Zeitung der DKP
für Gerresheim, Grafenberg,
Ludenberg und Hubbelrath


Uwe Koopmann, Mitglied der Bezirksvertretung im Rathaus Gerresheim 1999 – 2009

Wohnungen sichern – Grundstücke nicht verschleudern – Mieten senken

Logo: »Flaschenpost, Zeitung der DKP für Gerresheim, Grafenberg, Ludenberg und Hubbelrath«.

Demonstranten mit Riesentransparent: «Über 10.000 bezahlbare Wohnungen fehlen!»
Die DKP fordert bezahlbaren Wohnraum
statt Luxusbebauung – hier vor dem
Glasmacher-Viertel in Gerresheim.

Konstruktive Forderungen der DKP

Die DKP kritisiert nicht nur. Sie stellt auch konstruktive Forderungen zur Wohnungspolitik:

  • Landesweite Zweckentfremdungsverordnung für Wohnungen
  • Verbot des Verkaufs öffentlicher Grundstücke
  • Neubau von 200.000 Sozialwohnungen
  • Beendigung der politischen Förderung und indirekten Finanzierung von Immobilien-Konzernen durch die Kommunen und das Land NRW.

Arbeiten und Leben

Wir brauchen einen Stopp prekärer und befristeter Arbeitsverhältnisse, insbesondere die völlige Abschaffung sachgrundloser Befristung. NRW muss für diese politischen und gesetzlichen Weichenstellungen auf Bundesebene eintreten. Auch auf Landesebene muss umgesteuert werden. Die DKP fordert ebenso Arbeitsplätze, die ökologischen Ansprüchen gerecht werden. Zum Beispiel alternative Energiegewinnung statt Braunkohle. Wir fordern Arbeitsplätze, die Menschen und Umwelt nicht bedrohen.

Verbot der giftigen CO-Pipeline

Daher lehnen wir die hochgiftige CO-Pipeline zwischen Dormagen und Uerdingen ab, die bei einer Havarie ganze Landstriche und die dort lebenden Menschen – etwa in Hubbelrath – vernichten würde. Wir fordern für die CO-Pipeline ein gesetzliches Verbot, auf das sich das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster und das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe stützen könnten.

Armut und Reichtum

Suppenküchen und Sozialabbau

Viele Menschen leben in NRW in Armut. Die Reichen werden immer reicher. Der soziale Kahlschlag wird drastischer. Viele Schulen vergammeln. Bei der Versorgung mit U3-Kindertagesplätzen ist NRW Schlusslicht. Heute leben in unserem Bundesland über 500.000 Kinder, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Und die Zahl steigt weiter. Immer mehr Menschen können heute nicht mehr von ihrer Arbeit leben. Die «Suppenküchen» bekommen immer stärkeren Zulauf. Ebenso – nur mit einer anderen «Kundschaft» – die hochpreisigen Hotels. Wir fordern dagegen:

  • Verbot von Leiharbeit und Werkverträgen
  • Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde
  • Einführung einer sanktionsfreien und bedarfsdeckenden Grundsicherung

Beraten mit der DKP

Die DKP ist seit ihrer Gründung 1968 aktiv. Vorher waren Kommunistinnen und Kommunisten bis zum Verbot durch die Adenauer-Regierung 1956 in der KPD organisiert. In Düsseldorf gibt es mehrere Gruppen. Die Gruppe Gerresheim widmet sich besonders der Kommunalpolitik und den Aktivitäten gegen alte und neue Nazis und Rechtspopulisten. Die verschiedenen Termine und Einladungen werden bei Interesse mitgeteilt.

Aus «Flaschenpost», Zeitung der DKP
für Gerresheim, Grafenberg,
Ludenberg und Hubbelrath


Uwe Koopmann, Mitglied der Bezirksvertretung im Rathaus Gerresheim 1999 – 2009


 

 

Herbert Mies starb am 14.01.2017

Herbert Mies starb am 14.01.2017

14.01.2017: Der langjährige Vorsitzende  der DKP Herbert Mies verstarb in der Nacht vom 13. auf den 14. Januar 2017. Erwurde 87 Jahre alt. Sein biografisches Buch «Wir hatten ein Ziel vor den Augen» schildert sein politisches Leben in vielen Episoden. Als er 1973 Kurt Bachmann als Vorsitzender der DKP ablöste, war eines seiner wichtigsten politischen Projekte die Erarbeitung des Mannheimer Parteiprogramms der DKP. In den 70er und 80er Jahren gewann die DKP an politischem Einfluss und an Mitgliedern, die Reaktion der ökonomisch und politisch Mächtigen war neben anderen Maßnahmen das Berufsverbot, das vor allem junge Menschen betraf, um sie politisch zu disziplinieren und verschärften Antikommunismus gesellschaftlich zu etablieren.

Männergruppe. Im Vordergrund: Herbert Mies wird abgeführt.Herbert Mies wird bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des KPD-Programms abgeführt, 8. Februar 1968 in Frankfurt/Main.

Die Niederlage des Sozialismus in Europa hatte für Herbert Mies auch dramatische persönliche Folgen, er erlitt einen Herzinfarkt. Als er sich von der Krankheit erholte, sagte er häufig bei Nachfragen zu seiner Gesundheit: Was ist schon ein Herzinfarkt gegen den Zusammenbruch und die Zerschlagung des Sozialismus in Europa!

1990 wählte die DKP zu seinen Nachfolgern vier gleichberechtigte Sprecherinnen und Sprecher.

Herbert Mies blieb als aktiver Kommunist tätig, wirkte im seinem Stadtteil Mannheim-Schönau und engagierte sich auch mit Veröffentlichungen für seine kommunistischen Ziele. Sein letzter politischer Auftritt in der Öffentlichkeit war 2016 während der  DKP-Veranstaltung zum 60 Jahrestag des KPD-Verbots in Karlsruhe.

Text: kommunisten.de
Foto 1 vom 7. Parteitag, 6.-8. Januar 1984 in Nürnberg
Foto 2: Anton Tripp


Betreff: Traueranzeige für Herbert Mies
Mitteilung vom Parteivorstand in Essen

Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe Freundinnen und Freunde,

der langjährige Vorsitzende der Deutschen Kommunistischen Partei, unser Genosse Herbert Mies, ist in der Nacht von Freitag auf Samstag an den Folgen eines Herzanfalls verstorben. In der beigefügten Pressemitteilung des Parteivorstands wird sein Leben gewürdigt.

Wir verlieren mit ihm einen großen Kommunisten, der unsere Partei wie kaum ein anderer geprägt hat. Mit seinem Namen ist die Neukonstituierung der DKP ebenso verbunden, wie die Erarbeitung des ersten DKP-Parteiprogramms im Jahr 1978. Noch im September 2016 nahm Herbert an der zentralen Veranstaltung der DKP in Karlsruhe aus Anlass des 60. Jahrestages des schändlichen KPD-Verbots teil. Seine kämpferische Rede wird allen TeilnehmerInnen dieser Veranstaltung in Erinnerung bleiben.

Herbert Mies wird uns fehlen. Wer das auch so sieht, ist herzlich eingeladen, die folgende Traueranzeige mit zu unterzeichnen, die vom Parteivorstand der DKP initiiert wurde und die in der UZ, in junge Welt und im ND in der nächsten Woche geschaltet werden soll:


Traueranzeige:

Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte
Heinrich Heine

Herbert Mies
23.2.1929 – 14.1.2017

Unser Freund und Genosse Herbert Mies ist tot. Wir trauern um einen unbeugsamen Kommunisten, den langjährigen Vorsitzenden der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Wir verlieren ein Vorbild an Aufrichtigkeit und revolutionärem Tatendrang und sind dankbar, dass wir ihn gehabt haben.

[Namensliste in alphabetischer Reihenfolge]

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am 27. Januar 2017 um 12.00 Uhr in der Trauerhalle des Friedhofs Mannheim Sandhofen statt.


Wir bitten alle UnterzeichnerInnen dieser Anzeige einen Betrag von 20-30 Euro bis zum 23.01.2017 auf das Konto des DKP-Parteivorstands bei der GLS-Bank | IBAN: DE63 4306 0967 4002 4875 01 zu überweisen. Bitte Namen und Verwendungszweck „Herbert Mies“ angeben.

Mit kommunistischem Gruß
Klaus Leger

 

Deutsche Kommunistische Partei | DKP-Parteivorstand
Hoffnungstraße 18 | 45127 Essen | finanzen@dkp.de
Telefon 0201 177889-16 | Fax -28 | Mobil 0172 5326075
www.dkp.de | www.unsere-zeit.de


 

 

16. März DKP WG Düsseldorf – Wersten

Einladung

Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe Freunde,

Wir treffen uns

Donnerstag, den  2017 um 19.00 Uhr

in der Gaststätte „Zur Tränke“, Werstener Dorfstraße 77, 40591 Düsseldorf

Die Tagesordnung versenden wir zu einem späteren Zeitpunkt.

Unser Gruppenabend ist öffentlich. Sprecht Sympathisanten und interessierte Kolleginnen und Kollegen an.

Reicht diese Einladung bitte weiter an unsere Mitglieder, die keine Mailadresse haben.

Mit kommunistischem Gruß
Im Auftrag
Herbert Schedlbauer

 

 

 

 

 

 

 

 

Märchen vom Auszug aller Ausländer

Bananen.

Das Märchen vom Auszug aller Ausländer

Helmut Wöllenstein

Es war einmal…, so beginnt das Märchen «Von denen, die auszogen, weil sie das Fürchten gelernt hatten.»

Es war einmal… etwa drei Tage vor Weihnachten, spät abends. Über den Markplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die Mauer «Ausländer raus» und «Deutschland den Deutschen». Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Bürgerhäusern waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas gesehen.

«Los, kommt, es reicht, wir gehen.»

«Wo denkst du hin! Was sollten wir denn da unten im Süden?»

«…da unten? Das ist immerhin unsere Heimat. Hier wird es immer schlimmer. Wir tun einfach das, was da an der Wand geschrieben steht: «Ausländer raus!»

Tatsächlich, mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf: Zuerst kamen die Kakaopäckchen heraus mit den Schokoladen und Pralinen in ihren Weihnachtsverkleidungen. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee, palettenweise, der Deutschen Lieblingsgetränk; Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat. Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und die Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf, Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne, denn die Gewürze in ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdner Christstollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: Mischlingen wir mir geht’s besonders an den Kragen. Mit ihm kamen das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen. Nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die echten Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen an ihrer Seite in teuren Chartermaschinen in alle Welt starteten.

Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen. Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik krochen gen Osten. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von den feinen Seidenhemden und den Teppichen aus dem fernen Asien.

Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten zurück ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um draußen nicht auszurutschen, denn von überall her quollen Öl und Benzin hervor, floss zu Bächen zusammen und strömte in Richtung Naher Osten.

Doch man hatte bereits Vorsorge getroffen. Stolz holten die großen deutschen Autofirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der alte Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl?!

– Aber es half nichts, die VWs und die BMWs begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile, das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk nach Zaire. Und die Straßendecke hatte mit dem ausländischen Asphalt im Verbund auch immer ein besseres Bild abgegeben als heute.

Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft, gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und „Stille Nacht“ durfte gesungen werden – wenn auch nur mit Extragenehmigung, das Lied kam immerhin aus Österreich.

© Helmut Wöllenstein (*1956), zuerst veröffentlicht als «Zuspruch am Morgen» am 20.12.1991 – im Hessischen Rundfunk – im Zusammenhang mit der massiv wachsenden Ausländerfeindlichkeit, die wenig später zu den Brand- und Mordanschlägen in Mölln und Solingen führte.

Quelle: DFG-VK Bonn-Rhein-Sieg
Foto: Steve Hopson