3. Oktober: Auf nach Kalkar & Essen


Aufruf zur Doppel-Aktion

Doppelaktion Kalkar / Essen
3. Oktober 2016
Bundeswehr und NATO: Krieg beginnt an Rhein und Ruhr

An vielen Orten der Welt herrscht Krieg. Menschen sterben, sie flüchten, um ihr Leben zu retten und den Schrecken des Krieges zu entkommen. Waffen aus Deutschland werden in allen Kriegen zum Töten benutzt, aber auch deutsche Soldaten sind im Krieg: in Syrien, in Mali, im Irak und immer noch in Afghanistan. Die andauernde Konfrontation zwischen der NATO und Russland im Ukraine-Konflikt birgt die Gefahr in sich, zu einem großen Krieg in Europa zu eskalieren. Auch mit dem Einsatz von Atomwaffen ist hier bereits gedroht worden.

Kriegsführungszentrum Kalkar

Eine der wichtigsten Zentren der Kriegsführung befindet sich in Kalkar am Niederrhein. Der Kommandant des Standortes, General Wundrak, bezeichnet ihn als einen «ganz großen Player in den deutschen Streitkräften und der NATO». Von den Tornados in Syrien bis zu den Transportern in Mali: Alle Luftwaffeneinsätze der Bundeswehr im Ausland werden von Kalkar aus gesteuert, Soldaten von dort sind direkt an den Kriegsschauplätzen vor Ort. In Kalkar/Uedem haben die Bundeswehr und die NATO Leitzentralen und Kriegs-Infrastruktur für den Hightech-Krieg aufgebaut. Das «Zentrum Luftoperationen» in der Von-Seydlitz-Kaserne in Kalkar ist die oberste Kommandoebene für die direkte Einsatzsteuerung aller Luftwaffeneinsätze der Bundeswehr. Von den Gefechtsständen in Kalkar will die Bundeswehr sogar künftig ihre auf dem Luftwaffenstützpunkt Jagel stationierten Kampfdrohnen steuern. Das Combined Air Operation Centre (CAOC) in Uedem ist ein internationaler Gefechtsstand, der die Luftkriegsführung der NATO nördlich der Alpen plant und durchführt. Wenn NATO-Flieger über dem Baltikum an der Grenze zu Russland kreisen, werden sie durch das CAOC in Kalkar/Uedem dirigiert. Es untersteht direkt dem Luftwaffenkommando der NATO in Ramstein. Über Ramstein und Stuttgart ist Deutschland Drehscheibe für den völkerrechtswidrigen US-Drohnenkrieg und für die so begangenen Tötungen vieler Menschen durch diese Kampfdrohnen mitverantwortlich. Das muss aufhören!

Kriegsplanung in Essen

In der Von-Seydlitz-Kaserne in Kalkar ist außerdem das multinationale Joint Air Power Competence Centre (JAPCC) der NATO untergebracht, eine Denkfabrik, in der die Militärs Pläne zur Kriegsführung mit konventionellen Waffen und mit Atomwaffen entwickeln. Die diesjährige Jahrestagung des JAPCC findet vom 4.-6. Oktober in Essen statt. Dort soll über die Aufrechterhaltung der Kriegsführungs-fähigkeit unter «verschlechterten Bedingungen» beraten werden, auf der Tagung des JAPCC in 2014 wurde sogar ein großer Krieg in Europa für möglich und durchführbar erklärt. Statt dem Irrsinn zukünftiger Kriegen vorzubeugen, planen NATO-Militärs Kriege der Zukunft, mit Atomwaffen, unter «verschlechterten Bedingungen», in Europa. Damit muss Schluss sein!

Verpflichtung zu Frieden und Abrüstung

Mit dieser Doppelaktion protestieren wir gegen die Kriegsführung und -vorbereitung der Bundeswehr und der NATO zunächst in Kalkar und anschließend in Essen! Damit die Verpflichtungen zum Frieden und zur Abrüstung, wie sie im Vertrag zur Deutschen Einheit und im Zwei-plus-Vier-Vertrag enthalten sind, endlich umgesetzt werden, fordern wir am 3. Oktober:

  • Schluss mit den Kriegseinsätzen der Bundeswehr!
  • Stopp der Rüstungsexporte, Schritte zur Abrüstung und Vertrauensbildung!
  • Einvernehmliches Lösen von Konflikten im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa!
  • Den Abbau der Kommandozentralen in Kalkar/Uedem und anderer NATO-Einrichtungen in NRW und deren Umwandlung für zivile Zwecke!
  • Keine NATO-Kriegplanungen in Essen und anderswo!
  • Den Aufbau einer Friedens-Akademie in Kalkar/Uedem, die dem Frieden in Europa und in der Welt dient!

Wir sind alle aufgerufen, uns mit Mut, Kraft, Phantasie und langem Atem gegen die von Politik und Militärs ausgehenden Gefahren zu wehren und Alternativen zur Militärpolitik zu entwickeln.
Wir rufen auf: Kommt am 3.10.2016 zur Demonstration am Kriegsführungszentrum nach Kalkar und kommt im Anschluss mit nach Essen, um am Ort der NATO-Tagung unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Unser Nein zum Krieg ist ein Ja zum Leben.

Es rufen auf: der Ostermarsch Rhein/Ruhr sowie Friedensgruppen von Rhein und Ruhr

Quelle: DFG-VK NRW «Kalkar»
Foto: .Lang


 

Marcel de Jong 1960 – 2016

Porträt Marcel de JongAm 11. September 2016 verstarb,
viel zu früh, unser Genosse
Marcel de Jong
kurz nach Vollendung des
56. Lebensjahres.

 

Marcel, passionierter Radwanderer und in der Jugend Judoka, kam schon früh zur kommunistischen Bewegung. Aktiv in seiner Schülerzeit, legte er in Düsseldorf-Gerresheim sein Abitur ab. Dort trat er auch in die DKP ein und war aktiv in den kommunalpolitischen Kämpfen und Aktionen. Später war er auch Mitglied der Kreisorganisationen Herne, Köln und Leverkusen der DKP.

In der Karl-Liebknecht-Schule der DKP hatte er sein zweites Zuhause. Viele haben ihn dort kennengelernt – und er lernte dort viele neue Genossinnen und Genossen seiner Partei kennen. Marcel war eine der Seelen des Hauses. Auf zentraler Ebene half er der DKP, wo immer er konnte.

Marcel war zeitweilig für das Bundesarchiv in Koblenz als Übersetzer niederländischer Texte tätig. Immer war er als guter Zuhörer und Leser erfolgreich engagiert, sein Wissen zu erweitern, sowohl das gesellschaftspolitische als auch das marxistische. Dabei war er – selbst gebürtig in Amsterdam, da aus deutsch-niederländischem Elternhaus stammend – vor allem an internationalen Entwicklungen interessiert. Sein erstes Interesse galt den Kommunistischen Parteien, deren manchmal komplizierte Entwicklungswege Marcel kenntnisreich beschreiben und einordnen konnte. In der Vier-Parteien-Konferenz fehlte Marcel von Beginn an nie als Übersetzer und als Organisator.

Wir werden ihn vermissen, aber wir werden auch stärker durch sein Andenken!

Met communistische groet – wij zullen je niet vergeten!

DKP Parteivorstand
DKP Bezirksvorstand Rheinland-Westfalen
DKP Düsseldorf
DKP Leverkusen
DKP Köln-Mülheim
DKP Düsseldorf-Gerresheim
Karl-Liebknecht-Schule
Internationale Kommission
AG queer
Kulturvereinigung Leverkusen

Foto: Klaus Müller, Leverkusen, 8. Mai 2014



 

NRW soll «Friedensland» werden

Landesarbeitsausschuss der DFG-VK NRW

Landeskonferenz der
DFG-VK NRW

PRESSEMITTEILUNG

Friedensgesellschaft will in Landtagswahlkampf eingreifen

Düsseldorf. – Bei ihrer Landeskonferenz am vergangenen Wochenende hat die „Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) Nordrhein-Westfalen mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen Maßnahmen zur Stärkung der Friedenspolitik in NRW gefordert. Wie der wiedergewählte Landessprecher Felix Oekentorp (Bochum) gegenüber der Presse erklärte, gehöre dazu u.a. ein Landeskonversionsprogramm, „damit die Umwandlung militärischer Standorte in zivile nicht zu Lasten der Beschäftigten und der regionalen Wirtschaftgeht.“ Seit Jahren dränge die Friedensbewegung in NRW darauf, Einrichtungen wie die NATO-Kommandozentrale in Kalkar/Uedem und den AWACS-Stützpunkt in Geilenkirchen zu schließen. Eine zukünftige Landesregierung solle auch dafür Sorge tragen, dass nach Abzug der britischen Armee der Truppenübungsplatz Senne in einen Nationalpark umgewandelt werde, wie dies von Naturschutzverbänden bereits seit Längerem gefordert würde.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion konfrontierten die Kriegsgegner Parteienvertreter mit ihren Vorstellungen. Während Özlem Demirel, Landessprecherin der LINKE NRW, ihre Partei mit vielen Vorschlägen der Friedensorganisation einig sah, verwies Frithjof Schmidt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen im Bundestag, wiederholt auf die aus seiner Sicht kaum überwindbaren Sachzwänge wie etwa drohende Schadenersatzklagen der Rüstungsindustrie, die dem Maßnahmenkatalog entgegenstünden. Besonders klar traten die Unterschiede im Falle der Kooperationsvereinbarung zwischen Bundeswehr und Schulen hervor: Die Forderung der DFG-VK, der Bundeswehr Werbung an Schulen zu untersagen, fand nur die Unterstützung der LINKEN. Dem gegenüber befand zur Enttäuschung der Landeskonferenz der Grünen-Vertreter, solange man die Bundeswehr nicht abschaffen wolle, müsse auch Werbung an Schulen möglich sein. Sprecher der DFG-VK kritisierten, dass so auch Minderjährige indoktriniert würden und „Werbung für die Ausbildung zum Töten“ nichts mit Bildung zu tun habe. „Im Übrigen sind wir langfristig sehr wohl für die Abschaffung der Bundeswehr“, betonte Landessprecher Oekentorp. Beide Parteienvertreter stellten weitere Gespräche mit der Friedensgesellschaft in Aussicht.

Das Papier “Friedensland NRW: Zivil statt Militär” finden Sie im Anhang. Für weitere Informationen steht zur Verfügung:

Joachim Schramm, Landesgeschäftssführer der DFG-VK NRW.
Kontakt: Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen NRW, Braunschweiger Straße 22, 44145 Dortmund, 0231/8180-32  (fax -31)

www.nrw.dfg-vk.de
NRW zivil


Beeindruckende Großdemo gegen TTIP und CETA in Köln

Die gemeinsamen Feinde sind der Imperialismus und die Interessen der Monopole

17.09.2016 | Die DKP-Rheinland-Westfalen und Ruhr-Westfalen schätzten die Großdemo und Kundgebung gegen TTIP und CETA in Köln als großartigen Erfolg ein. Es war innerhalb der DKP gelungen, vielfach in den eigenen Reihen zu der Veranstaltung zu mobilisieren und zahlreiche Freundinnen und Freunde mitzunehmen. Das ging von jungen SDAJ-Mitgliedern bis zu Veteranen der Arbeiterbewegung von mehr als 80 Jahren, sogar Rollstuhl- und Rollatorfahrerinnen. Die beiden Infostände im Eingangsbereich und auf dem Gelände waren oftmals dicht umlagert. 1.000 Exemplare der UZ waren bereits verteilt, bevor sich die große Demonstration in Bewegung setzte.

Die KKE war – neben der DKP – die einzige europäische kommunistische Partei, die den Protest in Köln sichtbar unterstützt hat. Sie verwies auf die gemeinsamen und zugleich widersprüchlichen Interessen der imperialistischen Zentren EU und USA hin. Für die Arbeiterinnen und Arbeiter, für die Menschen aus den Volksschichten sei es nun entscheidend, «dass diese Reaktion die Herrschaft der Monopole insgesamt in Frage stellen. In allen anderen Fällen werden es Aktivitäten sein, die objektiv einem anderen Teil der Ausbeuter dienen, der lediglich für die eigenen Intererssen verhandelt.»

Der BUND listete die Teilnehmerzahlen für die Großkundgebungen auf:

Berlin: 70.000
Frankfurt: 50.000
Hamburg: 65.000
Köln: 55.000
Leipzig: 15.000
München: 25.000
Stuttgart: 40.000
Insgesamt: 320.000

Campact nennt die anhaltenden «Schwachstellen»:

Dienstleistungsabkommen TISA.

Die EU verhandelt streng geheim mit 21 Staaten über eine Liberalisierungswelle, die sich gewaschen hätte. Die Süddeutsche Zeitung schreibt nach aktuellen Leaks: «Bei TISA geht es um noch viel mehr als bei TTIP und CETA.» TISA kann unsere Gesundheit, Bildung, Nahverkehr und Wasser gefährden: Zentrale öffentliche Dienstleistungen stünden mit dem Abkommen unter heftigem Privatisierungsdruck. Die Verhandlungen sind schon weit fortgeschritten.

Investitions-Abkommen zwischen der EU und China.

Damit würde die gefährliche Paralleljustiz auch chinesischen (Staats-)Konzernen offenstehen, die unter anderem dabei sind, groß ins Geschäft mit Atomkraftwerken einzusteigen.

Abkommen mit den südost-asiatischen Staaten

Singapur, Vietnam, Malaysia, Thailand, Indonesien und den Philippinen. Dort haben die Menschen wenig demokratische Rechte und werden zum Teil rücksichtslos ausgebeutet. Den Konzernen, die sie ausbeuten, sollen unsere Dienstleistungsmärkte geöffnet werden – und sie bekommen Sonderklagerechte als Investoren.

EPA-Abkommen mit afrikanischen Staaten,

die dort vor allem Kleinbauern ins Elend treiben und die Ausbeutung seltener Rohstoffe auf Kosten der dort lebenden Menschen stützt.

TTIP

ist noch nicht erledigt. Gescheitert ist dank der starken Proteste bisher nur der Versuch, noch unter der Obama-Präsidentschaft mit dem Abkommen fertig zu werden. Die Kommission jedoch verhandelt schon für den Neustart. Und Angela Merkel ist sowieso dafür.

Uwe Koopmann


Fotogalerie


 

Dieter Andresen verstorben am 07.09.2016

Dieter AndresenDieter Andresen

13. Dezember 1940 – 7. September 2016

Die VVN Düsseldorf nimmt in tiefer Bestürzung Abschied von ihrem Freund Dieter Andresen. Seine Familie hat ihre Traueranzeige mit einem Zitat von Ernest Hemingway sehr treffend überschrieben: “Die Welt ist ein schöner Ort und wert, dass man um sie kämpft.“ So haben auch wir ihn kennen und schätzen gelernt.

Weiterlesen

Reisholzer Hafen im September 2016

"</p

Kunstpunkte im
Reisholzer Hafen

Im Rahmen der Kunstpunkte im Düsseldorfer Süden öffneten auch zehn Künstler*innen ihre Ateliers im Reisholzer Hafen. Zahlreiche Kunstinteressierte blieben auch am Kaffee und Kuchen Stand der Bürgerinitiative «Hafenalarm» stehen und informierten sich über den Stand der Dinge.

Während Tammy, das Hafenpferd, brav seine jungen Reiter*innen durch den brütend heissen Hafen trug und seine Duftäpfel streute.

Im «Grünstift!», dem Düsseldorfer Umweltmagazin, standen wieder zwei Beiträge zur aktuellen Situation im Kampf gegen den Ausbau des Reisholzer Hafens zum  internationalen Hinterland-Drehkreuz (Hub) des Rotterdamer Hafens – wie die Landesregierung und insbesondere der Verkehrsminister Groschek es so gerne sähen.

Volker Götz schreibt in seinem Beitrag:

Überholt und fehlerhaft

Stellungnahme der Bürgerinitiative Hafenalarm zum Verkehrsgutachten Reisholzer Hafen

«Die mit zweijahriger Verspätung im Juni vorgestellte Verkehrsuntersuchung zur landseitigen Verkehrsanbindung des Reisholzer Hafens basiert auf einer 2012 vorgelegten Studie. Die Planungsfirma behauptete damals einen Bedarf der örtlichen Industrie an Containertransport und berief sich dabei auf eine schriftliche Befragung und ‘vertiefende persönliche Gesprache mit Unternehmern’. Das ist unseriös! Trotzdem wurden diese unbelegten Annahmen von den Gutachtern der Firma IVV ubernommen.»

«Längst überholte Verkehrszahlen aus Erhebungen von 2008/2009 geben die heutige Situation nicht wieder: Der SEGRO-Gewerbepark an der Bonner Strasse z.B., auf dem gerade neben anderen Logistikern ein DHL-Zentrum entsteht, ist nicht berücksichtigt. Selbst gezählt haben die Gutachter den Verkehr nur im Mai 2014 an zwei Stellen, nicht aber an der Kreuzung Bonner Strasse/Münchner Strasse/Reisholzer Werftstrasse/Niederheider Strasse – in diesem sensiblen Bereich ist das zukünftige Verkehrschaos vorprogrammiert.»

«Hier sollen 350 Meter lange Containergüterzüge die U-Bahngleise und die Bundesstrasse 8 unter der hochgelegten Münchner Strasse mit ihren Abzweigungen kreuzen. Lapidar bemerkt das Gutachten, es werde bei festgestellten 40 Zugbewegungen am Tag, bei der jede einzelne zur Querung ‘maximal drei Minuten’ benötige, ‘zu keinen wesentlichen Verkehrsbehinderungen’ kommen. Diese Zeitmessung präsentiert IVV übrigens nicht aufgrund eigener Messungen, sondern ‘nach Angabe des Auftraggebers’! Die Bürgerinitiative macht eine andere Rechnung auf: Bei Schritttempo braucht ein 350 Meter langer Zug über die circa 50 Meter breite Bonnerstrasse mehr als 6 Minuten. Bei 40 Zugbewegungen wäre die Kreuzung dort knapp 4 1/2 Stunden am Tag dicht.»

«Der Fussgängerverkehr – das Jobcenter liegt in der Nähe – findet im Gutachten nicht statt. Der geplante Rheinradweg soll nun am Schwerverkehr entlangführen und zwei Ampelkreuzungen queren. Unfälle mit Radfahrern sind absehbar. Emissionen wie Lärm, aber auch Stickstoffoxide, Feinstaub und CO2 sind nicht vorgesehen; das wird vor allem die Anwohner an der Bonner Strasse wundern.»

«Hafenalarm fordert die Politik auf, sich um einen im Düsseldorfer Süden annehmbaren Alternativplan zu kümmern: mit Gewerbe, wie im SIRIUS-Park, mit der Kunstszene wie im Artport Hafen Reisholz, mit Gastronomie und mit dem internationalen Rheinradweg längs des Flusses, wie ursprünglich geplant. Und wie wäre es mit Denkmalschutz fur die alten Hafengebäude aus der Jahrhundertwende?»

Quelle: Grünstift! Ausgabe September 2016


Der BUND macht in seinem Beitrag in selbiger Ausgabe des Grünstifts auf die ökologische Unmöglichkeit dieses Hafenausbaus aufmerksam:

«Der wirtschaftliche Nutzen wurde überbewertet, Risiken ausgeblendet und die Folgen fur Mensch, Natur und Umwelt missachtet.»

«Im vorgelegten Gutachten fehlt  – so Michael Suser vom BUND Dusseldorf – z.B. insbesondere die Erhaltung des Lebensraums der streng geschützten Zauneidechse und anderer wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten, ebenso den Erhalt des Biotopverbunds zwischen Schlosspark Benrath und Himmelgeister Rheinbogen.»

Der BUND geht in seinem Beitrag insbesondere auf die Fahrrinnenvertiefung des Rheins ein. Er schreibt:
«Die (Fahrrinnenvertiefung) aber hätte gravierende Folgen für das Rhein-Ökosystem. Auf diese Gefahr haben die Umweltverbande BUND und NABU immer wieder aufmerksam gemacht:
Zu beiden Seiten des Rheins zwischen Neuss und Düsseldorf liegt das wertvolle, EU-geschützte FFH-Gebiet Urdenbacher Kämpe – Kirberger Loch – Zonser Grind. Es sind strukturreiche, feuchte Auen mit viel Grünland, mit Resten von Silberweidenauwald und mit Weidengebüschen am Ufer. Sie werden heute noch natürlich überflutet. Eine Vertiefung der Fahrrinne würde zwangsläufig zu einem Absinken des Wasserspiegels führen und den Grundwasserstand in den Rheinauen beeinflussen. Auch der gerade mit viel Geld renaturierte Altrheinarm in der Kämpe wäre davon betroffen. Zudem wären auch Flachwasserbereiche am Ufer bedroht. Die ufernahen Sand- und Kiesbänke sind Ruhegewässer des Lachses und Laichgebiete von Maifisch und Nordseeschnäpel, die dank eines nordrhein-westfälischen Wiedereinbürgerungsprogramms wieder im Rhein vorkommen und unter Schutz stehen, ebenso wie ihr Lebensraum. Es ist in jedem Fall zumindest mit einer Verringerung des ökologischen Potenzials zu rechnen, wenn die Fahrrinne erweitert wird. Dem steht aber die EU-Wasserrahmenrichtlinie mit ihrem ‘Verschlechterungsverbot’ und ‘Verbesserungsgebot’ von Gewässern entgegen.»

«Der BUND befürchtet zudem eine weitere Verschärfung der Luft‐ und Lärmsituation im Dusseldorfer Süden. Einerseits durch bis zu 1.200 zusätzlichen Lkw‐Fahrten. ‘Hinzu kommen die Luftschadstoffe aus dem Schiffsverkehr’, erklärt Dirk Jansen vom BUND NRW. Verglichen mit dem Strassenverkehr verursachen Binnenschiffe zwar geringere Emissionen von Kohlendioxid (CO2), bezogen auf transportierte Gütermenge und zurückgelegte Strecke. Ihre Emissionen von Stickoxiden (NOX) und Feinstaub (PM10) aber liegen deutlich über denen von Strasse und Schiene. Der Grund: Die aktuellen Abgasanforderungen entsprechen bei weitem nicht dem Standard moderner LKW. ‘Noch immer sind Schiffsmotoren wahre Dreckschleudern. Die Binnenschifffahrt ist bislang leider keine vollwertige ökologische Alternative zum Gütertransport,’ so Jansen»

«Der sich abzeichnende Zielkonflikt könnte eine langwierige juristische Auseinandersetzung nach sich ziehen. BUND und BI Hafenalarm fordern die Politik in Stadt und Land auf, einen „Plan B“ zu entwickeln, gestützt auf unabhangige Gutachten.»

Quelle: Grünstift
Beitrag von Lika Weingarten


Fotogalerie: Kunstpunkte im Reisholzer Hafen

nachzulesen in: gruenstift-duesseldorf.de/archiv/GS_88.pdf


Fotoausstellung Toni Tripp ab 18. Sept.

Mutter mit zwei traurig blickenden Kindern hält amtliches Schreiben in der Hand.
Bescheid vom Wohnungsamt, Düsseldorf 1951

Der Fotograf
Anton Tripp

18. 9. bis 23.10. 2016 Ausstellung im Kultur Bahnhof Eller
Eröffnung am 18. September, 11:30 Uhr

Aus seinem Leben:

«Tripps Werdegang als Fotograf begann 1929 mit einem Studium an der Folkwangschule bei Max Burchartz in Essen, das er nach kurzer Zeit abbrach. Von 1937 bis 1940 absolvierte Tripp eine Lehre als Fotograf. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er zunächst nach Schlüchtern, wo er 1946 zum Landrat ernannt wurde. Die Ernennung wurde jedoch durch die US-Militärregierung aufgrund seiner Zugehörigkeit zur KPD nach nur zwei Tagen widerrufen.

Ab 1947 war Tripp als Fotograf tägig, wobei er hauptsächlich das Genre der Arbeiterfotografie bediente. Selbst überzeugter Kommunist, arbeitete er als Journalist und Bildredakteur für sozialistische Zeitschriften wie ‹Arbeiterfotografie›, ‹Die Liga›, ‹Frau und Frieden› oder ‹Poeten für den Frieden›. Er dokumentierte Zechenstilllegungen, Protest- und Ostermärsche, Arbeitskämpfe sowie das Alltagsleben der Arbeiterklasse an Rhein und Ruhr. Zwischen 1951 und 1969 unterhielt er in Düsseldorf den TT-Bilderdienst, mit dem er zahlreiche Zeitungen, wie den Spiegel, sowie Nachrichten- und Presseagenturen belieferte.

Als Rentner widmete sich Tripp mehr und mehr der Schriftstellerei und dem Verfassen von Gedichten.

Neben seiner Tätigkeit als Künstler und Journalist wurde Tripp für sein Engagement für gefährdete Bodendenkmäler im Rheinland bekannt. So setzte er sich beispielsweise für archäologische Ausgrabungen auf dem Gelände der Düsseldorfer Schlösser Brauerei und für den vollständigen Erhalt von Haus Bürgel ein. Auch brachte er sich aktiv in die Gestaltung des Geschichtslehrpfades ‹Jahrtausendsteine› in Düsseldorf-Garath ein.» (Wikipedia)

Quelle: Foto: Arbeiterfotografie


Unbestechlicher Zeuge seiner Zeit, Beitrag in NRhZ


 

Demo gegen TTIP 17. Sept.

DKP Rheinland-
Westfalen unterstützt
P1180969Grossdemo in Köln

Liebe Genossinnen und Genossen,die Mobilisierung für die Demonstrationen gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP geht in die heiße Phase. In den noch verbleibenden Wochen bis zum Bundesweiten Demonstrationstag am 17. September 2016 kommt es darauf an, möglichst viele Menschen dafür zu gewinnen, ihren Protest gegen die Freihandelsabkommen in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt/Main, Stuttgart, München und Leipzig auf die Straße tragen!

Die DKP ruft zur Teilnahme auf und wird sich in allen Demo-Städten mit einem gut sichtbaren Block beteiligen.

Die DKP Rheinland-Westfalen trifft sich ab 11 Uhr in der Siegburger Strasse zwischen Deutzer Brücke und Severinsbrücke oder bei der Schlusskundgebung am Stand auf der Deutzer Werft (ca. 300 m vom Deutzer Bahnhof.

Wir werden ein Fronttransparent «Nein zu TTIP & CETA!» und Sandwiches bereitstellen.
Bitte bringt Fahnen und eigene Transparente mit, bestellt die UZ für Verteilaktionen!

Aus vielen Städten fahren Busse oder es wird eine gemeinsame Anreise per Bahn organisiert.
Nähere Infos findet ihr hier: http://ttip-demo.de/anreise/mitfahrboerse/

Nutzt bereits die gemeinsame Anreise, um auf der Fahrt zu den Demostädten die UZ zu verteilen.
Die UZ ist hilfreich, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und unsere Argumente einzubringen.
Zahlreiche Artikel sind in der UZ bereits zu diesem Thema erschienen. Nachzulesen unter www.unsere-zeit.de [Volltextsuche TTIP oder CETA]

 

Kein Werben für’s Sterben!

VVN_Dü kein werben f st1 Kopie VVN_Dü kein werben f st2 KopieAm Fest zum 70. Geburtstag von NRW macht die Bundeswehr einen Werbestand direkt neben dem Kinderfest. Dies fordert uns heraus:
Treffpunkt diesen Samstag um 14:30 Uhr, Jugendherberge Oberkassel, Düsseldorfer Str. 1

Wir brauchen deine Hilfe.
VVN-BDA Düsseldorf
i.A. Jürgen Schuh

Zum 90. Geburtstag von Fidel Castro

Fidel Castro in ZDF-Video.
ZDF-History vom 14. August 2016

Die Solidarität und der Internationalismus
Fidel Castros werden sein Leben überdauern

Am 13. August vollendet Fidel Castro sein neunzigstes Lebensjahr. Nur wenige Menschen auf dem Planeten können auf ein annähernd bewegtes Leben zurückblicken und haben dabei gleichzeitig so viele Attentate auf ihr Leben überstehen müssen. Die Kubanische Revolution und Fidel Castro sind untrennbar miteinander verbunden, auch wenn es zu ihrer Errichtung und Festigung eines ganzen Volkes und nicht nur einer einzigen Persönlichkeit bedurfte – so ungewöhnlich stark diese auch sein mag.

Weiterlesen