Rheinvertiefung

Rhein mit Frachtschiffen.

Vertiefung des Rheins zwischen Duisburg und Köln-Niehl

Die Bürgerinitiative gegen den Ausbau des Reisholzer Hafens «Hafenalarm» lud zum Thema «Rheinvertiefung» den NRW-Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Dirk Jansen in den Gemeindesaal in Düsseldorf-Itter ein. Ungefähr 60 Interessierte aus den umliegenden Stadtteilen, Politiker und Journalisten, ein Vertreter der Urdenbacher Kämpe folgten den Powerpointpräsentationen von Georg Huff, einem der Sprecher der BI, und von Dirk Jansen.

In der Koalitionsvereinbarung der rot-grünen Landesregierung wurde festgelegt, dass die Fahrrinne des Rheins von 2,50 auf 2,80 m vertieft werden soll. Das Projekt wurde bereits beim Bund angemeldet. Eine genaue Planung liegt noch nicht vor.

«Ich kann nicht verstehen, wie die Grünen dem zustimmen konnten», so Dirk Jansen, denn eine Vertiefung des Rheins ist auf alle Fälle ein negativer Eingriff in die Natur: eine Belastung von Fauna und Flora am Ufer  durch die Beschleunigung der  Fliessgeschwindigkeit, einer eventuellen Senkung des Grundwassers, eine Zerstörrung des Lebensraums der Fische und Wanderfische und eine Verschlechterung der Qualität des Wassers – und dies verstösst auf alle Fälle gegen die EG-Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG).

Knapp 10% des Wassers der Fliessgewässer in NRW sind in Ordnung und das Wasser des Rheins (226,3 km) ist ökologisch «mässig bis unbefriedigend». Für die Einstufung der Wasserqualität gibt es präzise, komplizierte, wissenschaftliche Richtlinien der EU und es ist nach EU-Gesetz verboten, irgend welche Massnahmen zu ergreifen, die die Qualität des Wassers verschlechtert. Der «Bund» ist deshalb zuversichtlich, die Klagen betr. Weser- und Elbvertiefung, die zur Zeit zur Prüfung beim EU-Gerichtshof liegen, zu gewinnen.

Die Rheinvertiefung muss politisch verhindert werden, ehe sie in das Stadium der Genehmigungen kommt, weil danach nur noch Gutachten gegen Gutachten stehen. Dies würde dann eine lang andauernde und kostspielige Geschichte.

Text und Foto: I.Lang