DKP regt an: Aufgehobene Straßennamen wiederbeleben

Die drei Infotafel
erklären die drei
denkmalgeschützten
Gebäude,
geben aber keine Auskunft
über die
abgerissene „Altstadt“
mit ihren
1975 aufgehobenen
Straßennamen.

Glasmacher-Viertel kann an die „Altstadt“ erinnern

Die DKP hat bei der Bezirksvertretung 7 angeregt, die Straßennamen
der „Altstadt“ wiederzubeleben, um die historischen Gassen des
Arbeiterviertels an der Glashütte im kollektiven Bewusstsein zu
sichern. Die „Altstadt“, nördlich vom Eingang der Glashütte an der
Heyestraße gelegen, wurde abgerissen, während ihr Gegenüber, die
„Neustadt“, unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Mit dem Abriss der Häuser verschwanden die Straßen, deren Namen
offiziell am 20. März 1975 aufgehoben wurden: Kreuznachstraße,
Wittekindstraße, Loitzgasse, Hörstelgasse und Tongasse.Bei der
Überplanung des Glasmacher-Viertels wird es neue Straßen geben. Sie
könnten die Namen bekommen, um die Industriegeschichte lebendig zu
sichern.

Flaschenpost-248x300Außer an die Bezirksvertretung mit Bezirksbürgermeister Karsten
Kunert (SPD) wurde das Anliegen auch an den Bürger- und Heimatverein
und den Förderkreis Industriepfad Düsseldorf-Gerresheim sowie
verschiedene Zeitzeugen herangetragen, darunter Otfried Reichmann und
Reimund Heller, an die Betriebsräte Norbert Ziegert, Arthur Knab und
Günter Bischoff sowie an Prof. Dr. Roland Günter, der sich vielfache
Verdienste um die Sicherung von Industriekultur erworben hat.

Alte Straßen haben in Düsseldorf mehrfach neue Namen bekommen. Dazu
zählt auch die Heyestraße, denn der alte Name „Bahnstraße“ wurde am
12. Mai 1909 aufgehoben. Der Grund: Eine „Bahnstraße“ gab es nach der
Eingemeindung von Gerresheim, Oberkassel, Rath und Reisholz neben der
Bahnstraße an der Königsallee gleich vierfach.


Ausschnitt aus dem Werkslageplan der Gerresheimer Glashütte von 1958:
Die Kreuznachstraße folgte dem Verlauf der Torfbruchstraße. Die Wittekindstraße zweigte von der Heyestraße ab. Loitzgasse, Hörstelgasse und Tongasse bildeten die Querstraßen.