Obama, weg mit den Atomwaffen aus Büchel!

Gruppenbild: Friedensaktivisten mit beschrifteten Warnwesten (jeweils ein Buchstabe): «US-Atomwaffen raus».

Atomwaffen raus!

Blockadewochen in Büchel. Die Tage vom 26. bis zum 29. Mai hat die DKP übernommen und dazu Bruderparteien der Nachbarländer, die KP Luxemburgs, die niederländische NCPN und die belgische PTB zu gemeinsamer Aktion gegen die US-amerikanischen Atomwaffen eingeladen. Wir blockierten den Hauptzugang und ein Nebentor des Fliegerhorsts. Es gab Gelegenheit zur Diskussion zwischen Mario Franssen, dem Internationalen Sekretär der PTB, dem KPL-Präsidenten Ali Ruckert und dem DKP-Vorsitzenden Patrik Köbele über die wachsende Kriegsgefahr, die jüngsten Aufrüstungsbestrebungen in ihren Ländern, deren hohe Kosten und die Lage der Friedensbewegungen. Marion Küpker vom Trägerkreis der Kampagne, Vertreterin der Gruppe «Gewaltfreie Aktion Atomwaffen Abschaffen» (GAAA) machte auf die technischen Einzelheiten der neuen Generation von Atombomben aufmerksam. Kosten 10 Mrd Dollar. Das Gespräch geriet bald zum Seminar über die Notwendigkeit der Verbindung der sozialen Frage mit den Fragen von Aufrüstung und Krieg.

Der Fliegerhorst Büchel liegt wenige Kilometer nördlich von Cochem in der Vulkaneifel. Es ist bundesweit der einzige Standort, der Atomwaffen bunkert, 20 Atombomben des Typs B61. Sie haben eine maximale Sprengkraft von 340 Kilotonnen TNT, jeweils 26 mal so viel wie die Hiroshima-Bombe. In den nächsten Jahren sollen vier Milliarden Dollar aufgewandt werden, um die Bomben mit einem Steuerungssystem zu versehen, das sie von reinen Abwurfbomben zu präzisionsgesteuerten Fernwaffen machen wird. Das Atomwaffendepot in Büchel untersteht der US Air Force in Gestalt einer 139 Mann zählenden Einheit, der 702. Munition Support Squadron (702 MUNSS) der 38. Munitions Maintenance Group (38 MUNG). Sie sorgt für Bewachung und Wartung. Die deutsche Luftwaffensicherungsstaffel „S“ unterstützt sie dabei. Im Kriegsfall würde die genannte Squadron der US Air Force die Freigabe durch den Präsidenten der USA vollstrecken.

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Gegen das Atombombenlager gibt es langjährigen Widerstand. Seit 1994 engagiert sich namentlich Trägerkreis «Atomwaffen abschaffen» für eine Ächtung von Atomwaffen, für eine atomwaffenfreie Welt und fordert den sofortigen Abzug aller Atomwaffen, die sich auf deutschem Boden befinden.

Der Trägerkreis besteht aus 50 Mitgliedsorganisationen, darunter die DFG/VK, die deutsche Sektion der IPPNW, die GEW Mecklenburg-Vorpommern, die IG Metall Jugend und der Bundesausschuss Friedensratschlag. Ihnen sind in den vergangenen Jahren erfolgreiche Kampagnen gelungen. In diesem Jahr werden seit dem 26. März in einem Zeitraum von 20 Kalenderwochen bis zum 9. August, dem Nagasaki-Gedenktag, in Büchel Mahnwachen und andere gewaltfreie Aktionen durchgeführt.

Die gemeinsamen Forderungen an die Bundesregierung lauten:

1. Stopp der nuklearen Aufrüstung in Deutschland,

2. Abzug der Atomwaffen aus Büchel und

3. ein Verbot von Atomwaffen.

Die Kölner GenossInnen versahen eine Brücke mit Transparentschmuck und blockierten friedlich einen Nebentor, belauert von Feldjägern und einer Videoanlage, aber auch betreut und mit Hefeteilchen versorgt durch Elu vom Trägerkreis.

Text: Klaus Stein
Fotos: Klaus Stein, Wolfgang Bergmann