Kategorie-Archiv: Reisholzer Hafen

Reisholzer Hafen im September 2016

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Kunstpunkte im
Reisholzer Hafen

Im Rahmen der Kunstpunkte im Düsseldorfer Süden öffneten auch zehn Künstler*innen ihre Ateliers im Reisholzer Hafen. Zahlreiche Kunstinteressierte blieben auch am Kaffee und Kuchen Stand der Bürgerinitiative «Hafenalarm» stehen und informierten sich über den Stand der Dinge.

Während Tammy, das Hafenpferd, brav seine jungen Reiter*innen durch den brütend heissen Hafen trug und seine Duftäpfel streute.

Im «Grünstift!», dem Düsseldorfer Umweltmagazin, standen wieder zwei Beiträge zur aktuellen Situation im Kampf gegen den Ausbau des Reisholzer Hafens zum  internationalen Hinterland-Drehkreuz (Hub) des Rotterdamer Hafens – wie die Landesregierung und insbesondere der Verkehrsminister Groschek es so gerne sähen.

Volker Götz schreibt in seinem Beitrag:

Überholt und fehlerhaft

Stellungnahme der Bürgerinitiative Hafenalarm zum Verkehrsgutachten Reisholzer Hafen

«Die mit zweijahriger Verspätung im Juni vorgestellte Verkehrsuntersuchung zur landseitigen Verkehrsanbindung des Reisholzer Hafens basiert auf einer 2012 vorgelegten Studie. Die Planungsfirma behauptete damals einen Bedarf der örtlichen Industrie an Containertransport und berief sich dabei auf eine schriftliche Befragung und ‚vertiefende persönliche Gesprache mit Unternehmern‘. Das ist unseriös! Trotzdem wurden diese unbelegten Annahmen von den Gutachtern der Firma IVV ubernommen.»

«Längst überholte Verkehrszahlen aus Erhebungen von 2008/2009 geben die heutige Situation nicht wieder: Der SEGRO-Gewerbepark an der Bonner Strasse z.B., auf dem gerade neben anderen Logistikern ein DHL-Zentrum entsteht, ist nicht berücksichtigt. Selbst gezählt haben die Gutachter den Verkehr nur im Mai 2014 an zwei Stellen, nicht aber an der Kreuzung Bonner Strasse/Münchner Strasse/Reisholzer Werftstrasse/Niederheider Strasse – in diesem sensiblen Bereich ist das zukünftige Verkehrschaos vorprogrammiert.»

«Hier sollen 350 Meter lange Containergüterzüge die U-Bahngleise und die Bundesstrasse 8 unter der hochgelegten Münchner Strasse mit ihren Abzweigungen kreuzen. Lapidar bemerkt das Gutachten, es werde bei festgestellten 40 Zugbewegungen am Tag, bei der jede einzelne zur Querung ‚maximal drei Minuten‘ benötige, ‚zu keinen wesentlichen Verkehrsbehinderungen‘ kommen. Diese Zeitmessung präsentiert IVV übrigens nicht aufgrund eigener Messungen, sondern ’nach Angabe des Auftraggebers‘! Die Bürgerinitiative macht eine andere Rechnung auf: Bei Schritttempo braucht ein 350 Meter langer Zug über die circa 50 Meter breite Bonnerstrasse mehr als 6 Minuten. Bei 40 Zugbewegungen wäre die Kreuzung dort knapp 4 1/2 Stunden am Tag dicht.»

«Der Fussgängerverkehr – das Jobcenter liegt in der Nähe – findet im Gutachten nicht statt. Der geplante Rheinradweg soll nun am Schwerverkehr entlangführen und zwei Ampelkreuzungen queren. Unfälle mit Radfahrern sind absehbar. Emissionen wie Lärm, aber auch Stickstoffoxide, Feinstaub und CO2 sind nicht vorgesehen; das wird vor allem die Anwohner an der Bonner Strasse wundern.»

«Hafenalarm fordert die Politik auf, sich um einen im Düsseldorfer Süden annehmbaren Alternativplan zu kümmern: mit Gewerbe, wie im SIRIUS-Park, mit der Kunstszene wie im Artport Hafen Reisholz, mit Gastronomie und mit dem internationalen Rheinradweg längs des Flusses, wie ursprünglich geplant. Und wie wäre es mit Denkmalschutz fur die alten Hafengebäude aus der Jahrhundertwende?»

Quelle: Grünstift! Ausgabe September 2016


Der BUND macht in seinem Beitrag in selbiger Ausgabe des Grünstifts auf die ökologische Unmöglichkeit dieses Hafenausbaus aufmerksam:

«Der wirtschaftliche Nutzen wurde überbewertet, Risiken ausgeblendet und die Folgen fur Mensch, Natur und Umwelt missachtet.»

«Im vorgelegten Gutachten fehlt  – so Michael Suser vom BUND Dusseldorf – z.B. insbesondere die Erhaltung des Lebensraums der streng geschützten Zauneidechse und anderer wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten, ebenso den Erhalt des Biotopverbunds zwischen Schlosspark Benrath und Himmelgeister Rheinbogen.»

Der BUND geht in seinem Beitrag insbesondere auf die Fahrrinnenvertiefung des Rheins ein. Er schreibt:
«Die (Fahrrinnenvertiefung) aber hätte gravierende Folgen für das Rhein-Ökosystem. Auf diese Gefahr haben die Umweltverbande BUND und NABU immer wieder aufmerksam gemacht:
Zu beiden Seiten des Rheins zwischen Neuss und Düsseldorf liegt das wertvolle, EU-geschützte FFH-Gebiet Urdenbacher Kämpe – Kirberger Loch – Zonser Grind. Es sind strukturreiche, feuchte Auen mit viel Grünland, mit Resten von Silberweidenauwald und mit Weidengebüschen am Ufer. Sie werden heute noch natürlich überflutet. Eine Vertiefung der Fahrrinne würde zwangsläufig zu einem Absinken des Wasserspiegels führen und den Grundwasserstand in den Rheinauen beeinflussen. Auch der gerade mit viel Geld renaturierte Altrheinarm in der Kämpe wäre davon betroffen. Zudem wären auch Flachwasserbereiche am Ufer bedroht. Die ufernahen Sand- und Kiesbänke sind Ruhegewässer des Lachses und Laichgebiete von Maifisch und Nordseeschnäpel, die dank eines nordrhein-westfälischen Wiedereinbürgerungsprogramms wieder im Rhein vorkommen und unter Schutz stehen, ebenso wie ihr Lebensraum. Es ist in jedem Fall zumindest mit einer Verringerung des ökologischen Potenzials zu rechnen, wenn die Fahrrinne erweitert wird. Dem steht aber die EU-Wasserrahmenrichtlinie mit ihrem ‚Verschlechterungsverbot‘ und ‚Verbesserungsgebot‘ von Gewässern entgegen.»

«Der BUND befürchtet zudem eine weitere Verschärfung der Luft‐ und Lärmsituation im Dusseldorfer Süden. Einerseits durch bis zu 1.200 zusätzlichen Lkw‐Fahrten. ‚Hinzu kommen die Luftschadstoffe aus dem Schiffsverkehr‘, erklärt Dirk Jansen vom BUND NRW. Verglichen mit dem Strassenverkehr verursachen Binnenschiffe zwar geringere Emissionen von Kohlendioxid (CO2), bezogen auf transportierte Gütermenge und zurückgelegte Strecke. Ihre Emissionen von Stickoxiden (NOX) und Feinstaub (PM10) aber liegen deutlich über denen von Strasse und Schiene. Der Grund: Die aktuellen Abgasanforderungen entsprechen bei weitem nicht dem Standard moderner LKW. ‚Noch immer sind Schiffsmotoren wahre Dreckschleudern. Die Binnenschifffahrt ist bislang leider keine vollwertige ökologische Alternative zum Gütertransport,‘ so Jansen»

«Der sich abzeichnende Zielkonflikt könnte eine langwierige juristische Auseinandersetzung nach sich ziehen. BUND und BI Hafenalarm fordern die Politik in Stadt und Land auf, einen „Plan B“ zu entwickeln, gestützt auf unabhangige Gutachten.»

Quelle: Grünstift
Beitrag von Lika Weingarten


Fotogalerie: Kunstpunkte im Reisholzer Hafen

nachzulesen in: gruenstift-duesseldorf.de/archiv/GS_88.pdf


Düsseldorf plant Leuchtturmprojekt

Containerhafen in Emmerich.

BI «Hafenalarm» will Ausbau zum Containerhafen verhindern!

Industrie und Politik – mit Ausnahme der Linkspartei – sind fest entschlossen, an dem gigantischen Bauvorhaben festzuhalten, den kleinsten Industriehafen der Region in Düsseldorf-Holthausen zum modernsten trimodalen Containerterminal der EU auszubauen für den internationalen Hub (Drehkreuz) nach Osteuropa. Zumindest schwebte dies den Projektplanern ursprünglich vor, und vieles deutet darauf hin, dass sie diese Option auch weiterhin in der Hinterhand halten. Im Frühjahr haben die Stadträte Düsseldorf und Neuss gegen die Stimmen der Linksfraktion die Gründung der Projektgesellschaft „Hafen Düsseldorf-Reisholz Entwicklungsgesellschaft mbH“ beschlossen, bestehend aus der städtischen Aktiengesellschaft Industrieterrain Düsseldorf-Reisholz (IDR) sowie der kommunalen Töchtergesellschaft Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG (NDH).

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Rettet den Rhein

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Bundesverkehrswegeplan 2030

im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans steht es in Beamtendeutsch, was der Bund mit dem Rhein vorhat:

Anpassung der Rheinstrecke zwischen Duisburg (km 769,0) und Stürzelberg (Rh-km 722,5). Durch das Vorhaben wird das FFH-Gebiet „Rhein-Fischschutzzonen zwischen Emmerich und Bad Honnef“ tangiert, so dass aufgrund der zu erwartenden vorhabenbedingten Auswirkungen den LRT eine ehebliche Beeinträchtigung nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Bei Stürzelberg wird der strukturreiche, rezent überfluteter grünlandominerter Rheinauenkomplex des FFH-Gebietes „Urdenbach – Kirberger Loch – Zonser Grind“ randlich beansprucht, so dass erhebliche Beeinträchtigungen der naturnah strukturierten Weidenufergebüsche und Silberweidenauwaldreste mit Sand- und Kiesbänken ebenfalls nicht ausgeschlossen werden können. Bei Stürzelberg liegen die Baggerflächen teilweise innerhalb des NSG „Himmelgeister Rheinbogen“. Östlich von Krefeld und bei Stürzelberg liegen Baggerflächen randlich innerhalb eines unzerschnittenen BfN-Kernraumes (feucht). Im Bereich der Anpassung des Rheinufers bei Düsseldorf und Stürzelberg werden durch die Uferrückverlegung Flächen des ÜSG des Rheins in Anspruch genommen. “
Relevante Beeinträchtigungen sind hierdurch nicht zu erwarten. Östlich von Krefeld liegen Baggerflächen innerhalb des LSG „Rheinuferbereich“, bei Düsseldorf und Stürzelberg werden Flächen des LSG „Stadtgebiet Düsseldorf“ bzw. Flächen des LSG „Rheinaue mit Altarmen und Vorland“ durch Uferrückverlegung beansprucht. Weitere Bereiche mit besonderen Umweltqualitäten sind nicht betroffen.
http://www.bvwp-projekte.de/wasserstrasse/w27/w27.html Umwelt- und naturschutzfachliche Beurteilung

Die Bürgerinitiative «Hafenalarm» hat deshalb an ihrer Vollversammlung im April beschlossen, Einspruch gegen den BVWP Punkt «Wasserwege» zu erheben, um zu verhindern, dass der Rhein von Duisburg bis Rheinkilometer 722,5 (Hafen Reisholz!) vertieft wird.

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Kein trimodalen Containerhafen im Düsseldorfer Süden

«Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr feststellen,
dass man Geld nicht essen kann.»

Weisheit der Cree-Indianer

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Wir machen weiter!

Heute (13.04.2016) soll das Verkehrsgutachten zum Ausbau des Reisholzer Hafens in der Gesellschafterversammlung der Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG vorgestellt werden. Öffentlich ist die Versammlung nicht. Trotzdem soll der Rat der Stadt Neuss bereits am Freitag über die Gründung einer Projektgesellschaft entscheiden, die den kleinsten Industriehafen der Region zum „modernsten trimodalen Containerterminal“ EU-Europas für den internationalen Hub (Drehkreuz, Umschlagplatz) nach Osteuropa ausbauen will. Weiterlesen

Ausbau Reisholzer Hafen

Düsseldorf-Holthausen mit Resholzer Hafen

oder ein Beispiel wie Demokratie (nicht) funktioniert

Der Reisholzer Hafen, der am Rhein zwischen Holthausen und Benrath liegt, soll nach Landesentwicklungsplan und Regionalplan zum HUB, zum Hauptumschlagplatz ausgebaut werden, d.h. Anbindung an die Binnenschifffahrt, an die Bahn in Reisholz und die Münchener-/ Frankfurter Strasse, die A59 und A46.

Die Geschichte des Reisholzer Hafens begann 1895 mit dem Kauf von 370 Hektar Land durch Hermann Heye und Max Trinkhaus. Die IDR  (Industrie-Terrain Reisholz) entwickelte vor 100 Jahren den Hafen. Es siedelten sich grosse Firmen in nächster Nähe an. Im Zweiten Weltkrieg wurde wegen eines bevorstehenden Luftangriffs grosse Mengen Benzin einer Reisholzer Raffinerie in den Boden laufen gelassen. Das Erdreich ist deshalb bis heute tief verseucht. Viele der Firmen sind heute verschwunden wie z.B. die Mannesmann Röhrenwerke, die Feldmühle, Ende des Jahres Nirosta u.a.m. oder entlassen Leute wie Carborundum, Zamek oder fusionieren wie Demag zu Terex.

Der grösstenteils brachliegende Hafen wird noch zum Verladen der Hafenkähne von Terex, für das Flüssiggut von BASF vormals Cognis/ Henkel und Schüttgut für Henkel gebraucht. Gegen eine moderate Modernisierung entsprechend einem wirklichen Bedarf wehrt sich keiner, aber den Ausbau zum trimodalen Containerhafen würde bedeuten Rund-um-die-Uhr und sieben Tage lang Flutlicht, Lärm und hunderte von LKWs mit Containern, die in den Hafen rein und wieder rausfahren müssen. Die bereits vorhandenen Staus auf den Straßen würden sich massiv verstärken. Das kann nicht im Sinne der dort ansässigen Bevölkerung sein. Auf der einen Seite des Hafens wohnen die Schichtarbeiter*innen von Henkel und BASF und auf der anderen die Betuchteren mit ihren Villas.

Rund um das Gerwerbegebiet des Reisholzer Hafens liegen Naturschutzgebiete (nach EU-Richtlinien) wie der Zonser Grind – keine 300 Meter am anderen Rheinufer, die Urdenbacher Kämpe, wo in den letzten Jahren ein Stück Landschaft renaturalisiert wird, den Benrather Schlosspark und den Himmelgeister Rheinbogen mit Schloss Mickeln.

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Hafenalarm an der Ratssitzung am 10.12.2015 nachmittags

Am 30. November traf sich die Bürgerinitiative Hafenalarm zu ihrer Vollversammlung in Itter. Wir betrachten es als Teilerfolg, dass erstens die Presse auf unseren offenen Brief an die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses reagiert hat und OB Geisel auf den Vorwurf der „Nichtöffentlichkeit“ vorschlug, den Punkt „Projektgruppengründung“ in den öffentlichen Teil der Sitzung vorzuverlegen. Das Bündnis 90/ Die Grünen machten ihn aber darauf aufmerksam, dass die Öffentlichkeit nicht informiert ist und es deshalb zur Farce würde.

Nun wurde diese Beschlussvorlage in den öffentlichen Teil der Ratssitzung vom
10. Dezember  verlegt.

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Das Leuchtturmprojekt Reisholzer Hafen

Nach kapitalistischen Devise:

«Friss oder du wirst ge­fres­sen»

oder «für Profit gehen wir über Leichen»

Mit der Gründung der «Neuss-Düsseldorfer-Häfen» begann ein Feldzug gegen die Konkurrenz am Niederrhein den bisher grössten Binnenhafen der Welt, den Duisburger Hafen: man erkaufte sich die 49% Beteiligung am Krefelder Hafen, ging so gestärkt in die Verhandlung mit der Hafengesellschaft Köln und bildete anschliessend die RheinCargo. Mit dem jüngsten Coup, der Übernahme aller Anteile an der Neska-Gruppe durch die HGK kam zu 100% der Containerterminal UCT Stürzelberg dazu und man hat beim Konkurrenten Duisburg-Ruhrort mit zwei Container-Terminals und einer konventionellen Krananlage einen Fuss in der Tür. Bleibt nur noch das Leuchtturmprojekt «Reisholzer Hafen» auf der rechten Rheinseite.

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Bürgerinitiative «Hafenalarm» sorgt für Stau im Düsseldorfer-Süden

Die BI Hafenalarm zog mit Kind und Kegel entlang eines 300 m langen Absperrbandes über die Bonner Strasse um zu demonstrieren, wie lang die zukünftigen Containerzüge wären und welchen Stau sie regelmässig auf der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung im Düsseldorfer Süden verursachen würden – falls denn der Reisholzer Hafen zum Container Umschlagplatz ausgebaut würde. Nach Zeugenaussagen reichte der Stau bis nach Benrath.Es war ein bunter und fröhlicher Demonstrationszug von über 200 Teilnehmer*innen. Zuvorderst zog in gemächlichem Trott Tammy, das Maskottchen der Initiative, und am Ende folgte der Traktor über die Werftstrasse zur Zwischenkundgebung an der Kreuzung Bonner/ Münchener Straße und dann bis zum Kamper Acker in Holthausen.Wir denken, wir haben den Autofahrer*innen deutlich gemacht, was die Querung der Bonner Strasse von Güterzügen bedeuten würde. Genauso würde durch die vielen LKWs die Münchener Strasse zusätzlich verstopft.

Text: I.Lang
Foto: G.Blomberg


Fotos von Gisela Blomberg
Fotos: I.Lang

Ge­richts­ur­teil zum Go­dor­fer Ha­fen

Hafenanlage.
Godorfer Hafen, Hafeneinfahrt, Schüttgutlöschanlage

Der Go­dor­fer Ha­fen darf vor­läu­fig nicht aus­ge­baut wer­den

20.02.2015 | Die Leip­zi­ger Rich­ter ent­schie­den: «Die was­ser­recht­li­che Plan­fest­stel­lung ist rechts­wid­rig, weil auf der Grund­la­ge des Was­ser­haus­halts­ge­set­zes die Plan­fest­stel­lung ei­nes Ha­fens als funk­tio­na­le Ge­samt­heit von was­ser- und land­sei­ti­gen Be­triebs­an­la­gen nicht mög­lich ist; plan­fest­stel­lungs­fä­hig ist nur der Aus­bau des Ge­wäs­sers.»

Die Be­zirks­re­gie­rung woll­te zu­las­sen, dass so­wohl Stras­sen, wie Bahn­ge­lei­se neu ge­baut oder ver­legt wer­den sol­len. Aber be­reits das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter hob den Be­schluss in Fol­ge ei­ner Kla­ge der An­woh­ner auf, «weil eine was­ser­recht­li­che Plan­fest­stel­lung nur für den Bau des Ha­fen­be­ckens in Be­tracht kom­me.» Die­se Be­grün­dung be­kräf­tig­ten jetzt die Leip­zi­ger Rich­ter mit ih­rem Ur­teil. Für die land­sei­ti­gen An­la­gen müss­ten laut Mit­tei­lung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts «die ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Zu­las­sungs­ver­fah­ren durch­ge­führt wer­den, ins­be­son­de­re Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren nach dem Bun­des-Im­mis­si­ons­schutz­ge­setz und dem Bau­recht, die bei ei­nem sol­chen Vor­ha­ben die vor­he­ri­ge Auf­stel­lung ei­nes Be­bau­ungs­plans er­for­dern kön­nen.»

Ein Etap­pen­sieg für die Go­dor­fer nach 30 Jah­ren Kampf ge­gen den Aus­bau des Ha­fens.

Quel­le: Köl­ni­sche Rund­schau
Foto: Du­hon | Crea­ti­ve-Com­mons-Li­zenz «Na­mens­nen­nung 3.0 nicht por­tiert»


Al­les auf An­fang beim Go­dor­fer Ha­fen, Bei­trag in rundschau-online.​de